Die schönen Dinge des Lebens

06. Jan. 2016 – 11:49

Urlaubstagebuch – Tag 21

  • Mittwoch, 06.01.2016 – Feiertag
  • man muss sich einmal bewusst machen, wieviel Zucker man in seinem Leben zu sich nimmt. Ana von wilde-weiblichkeit.de hat dazu einen Beitrag mit einer tollen Zusammenstellung informativer Filme geschrieben, schaut mal rein: http://wilde-weiblichkeit.de/zuckerfrei-wir-steigen-aus/
  • mein Leben ist geprägt von Angst – Zukunftsangst. Manchmal ist es so schlimm, dass ich  das Gefühl bekomme nicht mehr atmen zu können: Wo sollen wir hin? Wo sollen wir leben? Wovon unseren Lebensunterhalt bestreiten? – Ich weiß es nicht!
  • mein Mann ist nun schon seit fast einem ganzen Jahr krank geschrieben. Ob die Firma ihm eine Umschulung anbieten wird und was das dann sein wird, wissen wir nicht. Niemand weiß, wie es für ihn weiter gehen soll.
  • und dann immer wieder der Besuch:
    Im Dezember 2014 stand er plötzlich vor unserer Tür. Ein Freund meines Mannes aus Jugendtagen. Er wolle nach Deutschland einwandern und sich hier etwas aufbauen. Gerne wollten wir ihn dabei unterstützen. Wir ließen ihn bei uns wohnen, halfen bei der Jobsuche, erstellten einen vorläufigen Haushaltsplan (damit er sieht, was das Leben in Deutschland so kostet) und unterstützen auch finanziell.
    Aber bereits bei der ersten Arbeitssuche verhielt er sich träge. Es gab massenweise Stellen, doch alle lehnte er ab. Dabei hätte man doch meinen können, dass jemand in seiner Lage, der nichts besitzt, als das was er am Leibe trägt, nicht wählerisch sein dürfte. Erst nach vier Monaten nahm er endlich eine Stelle an. – Fast 50 Kilometer entfernt und ohne Anbindung an öffentlichen Nahverkehr. Aber egal, er hatte endlich eine Arbeit. Also besorgten wir (mein Mann und ich) dem Besuch einen fahrbaren Untersatz, damit er zur Arbeit fahren kann.
    Doch schon bald gab es Ärger. Die Arbeit war zu hart und vieles passt unserem Besuch nicht. Also zog er „den Schwanz“ ein und ging einfach nicht mehr hin. Ich sagte ihm, dass das so nicht gehe und dass er kündigen müsse. Dann erklärte ich ihm das Kündigungsrecht und setzte ein Kündigungsschreiben für ihn auf. Er schickte es los, ging aber nicht mehr zur Arbeit.
    Wieder suchten wir eine neue Stelle, die auch schon bald gefunden war. Diesmal, so schwärmte uns der Besuch vor, sei es genau das Richtige. Er habe mit dem Chef der Firma gesprochen und alles sei wunderbar.
    Schön. Wir freuten uns mit ihm. Dann kann ja nun endlich auch auf eine eigene Wohnung gespart werden. – So dachten wir. Der Besuch dachte anders. Denn wozu eine eigene Wohnung nehmen, wenn man doch so bequem bei Freunden wohnen kann. Am letzten Juni-Wochenende des Jahres 2015 wurde es mir dann endgültig zu viel. Ich setzte ihn kurzerhand vor die Tür.
    Von da an lebte er in seinem „Arbeitsgerät“, dem LKW, den er für seinen Arbeitgeber fuhr. Doch noch immer kam er nicht auf die Idee, sich eine Wohnung zu suchen. Warum auch? Er konnte ja kostenlos im LKW schlafen.
    Das ging so lange gut, bis er sich auch mit diesem Arbeitgeber zerstritten hatte. Wieder hielt er sich an keine Kündigungsfrist, reichte nicht einmal eine Kündigung ein, sondern packte seinen Kram und verließ Deutschland. Er fuhr nach Hause zu seinen Eltern. Wollte eine Weile im väterlichen Betrieb arbeiten. – Solange es gut ging.
    Dann kam er wieder bei uns angekrochen. Halb elf in der Nacht stand er plötzlich wieder vor unserer Tür und meinte, er bräuchte eine Unterkunft. Jetzt! Ich war wütend. Mein Mann war besorgt. Er setzte sich mit dem Besuch ins Auto und klapperte die ganze Stadt auf der Suche nach einem bezahlbaren Zimmer ab.
    Wieder ging das Reden, das Erklären und die Suche nach Arbeit los. Dazu kam noch ein verlorener Gerichtsprozess wegen einer überfahrenen roten Ampel und ein verlorener Führerschein hinzu. Mein Mann versuchte auch hier zu helfen. Machte sich mit dem Besuch zusammen Gedanken, wann es am besten wäre, den Führerschein abzugeben. Ging mit dem Besuch zu den Behörden. Regelte alles für ihn. Auch ging er immer wieder mit ihm einkaufen. Natürlich auf unsere Kosten! Der Besuch hatte ja nichts. Kein Geld, keine Wohnung, keine Arbeit. Und Arbeit ohne Führerschein ist für einen Berufskraftfahrer ein Ding der Unmöglichkeit.
    Heute ist mein Mann wieder hin gefahren (jedes Mal eine Strecke von über 60 Kilometer hin und zurück). Der Besuch habe nichts mehr zu essen. Er konnte ja nicht wissen, dass heute in Baden-Württemberg ein Feiertag ist.
  • Zukunftsangst. Manchmal überwältigt sie mich. Dann kann ich an nichts anderes mehr denken. Mein Magen verkrampft sich und bekomme (fast) keine Luft mehr.
  • Wo sollen wir hin? Wo sollen wir leben? Wovon unseren Lebensunterhalt bestreiten? – Ich weiß es nicht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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